Hintergrund
Die Idee
Die Anerkennung und Würdigung der Arbeit von Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen sind wesentliche Mittel zur Förderung nachhaltiger Transformationsprozesse – kommunal wie regional.
Inwieweit eine möglichst große förderliche Wirkung entfaltet werden kann, hängt allerdings stark von der Art ab, in der die Anerkennung erfolgt. Zu diesem Ergebnis kam vom Umweltbundesamt beauftragte Evaluation des Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreises „ZeitzeicheN“. Im Abschlussbericht von 2024 wird neben den Evaluationsergebnissen auch ein, darauf basierender, alternativer Ansatz vorgestellt – „Die SynergisteN“. Dabei kommen völlig neue Schwerpunkte zum Tragen.
Statt einer wettbewerbsorientierten Anerkennungskultur, die Konkurrenzdenken und Erfolgsdruck fördert, verfolgt „Die SynergisteN“ einen kooperativen Ansatz. Dieser zielt auf eine nachhaltige Wirkung, auf langfristigen Austausch, gegenseitige Unterstützung und voneinander lernen. Zielgerichtete Maßnahmen sollen den Initiativen dabei helfen, langfristige Kooperationen zu etablieren, die kollegiale Selbstorganisation zu verbessern, fachliche Kompetenzen zu erweitern und durch dieses Miteinander letztlich ihre „Transformationsfitness“ stärken.
Praxistest aus „SynergisteN“ werden „SynergisTen“
Das Anerkennungsformat „Die SynergisteN“ erfährt mit „SynergisTen“ (T für Transformation) nun den Praxistest.

Quelle: nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Im Auftrag des Umweltbundesamtes realisiert das nexus Institut den Praxistest für das neue Anerkennungsformat und begleitet die Pilotphase. Basierend auf den Ergebnissen der Evaluierung des ZeitzeicheN-Wettbewerbs wurde im ersten Schritt der aktuelle Forschungsstand zu Nachhaltigkeitsawards und Kooperationsansätzen aufgearbeitet und explorative Interviews geführt. Auf dieser Grundlage wurde in einem ko-kreativen Workshop mit späteren Mitgliedern des Auswahlgremiums zentrale Fragen zur Organisation, Umsetzung und Verstetigung des SynergisTen-Formats geklärt. Insbesondere die Verstetigung wurde daraufhin in Form eines „Zukunftssalons“ mit verschiedenen Akteuren, sogenannten Hosts, weiter ausgearbeitet und diskutiert.
Konzeption
Das Projekt „SynergisTen“ greift bei der Umsetzung auf Ergebnisse der ZeitzeicheN-Evaluation zurück und folgt konzeptionell dem dortigen Modellansatz „Die Synergisten“.

Quelle: Factsheet Synergisten
Auswahlprozess und Scouting
Um geeignete Initiativen für die Pilotphase zu finden, wurde ein mehrstufiger Auswahlprozess etabliert. Basierend auf den im Zuge der ZeitzeicheN-Evaluation erarbeiteten Nachhaltigkeitskriterien, erarbeitete ein Auswahlgremium, zusammengesetzt aus Akteuren der Wissenschaft, kommunalen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, einen Kriterienkatalog. Anschließend wurden „Scouts“ im gesamten Bundesgebiet gewonnen, die lokal, regional bzw. bundesweit in Netzwerken von Nachhaltigkeitsinitiativen aktiv sind. Mit dem Kick-off-Workshop im Juni 2025 begann die Scoutingphase. Sieben Scouts wurden beauftragt, potenzielle Kandidaten für die Pilotphase zu identifizieren und anzusprechen. Um Bewerbungen validieren zu können, erfolgten diese mit Hilfe eines Steckbriefes, den die interessierten Initiativen ausfüllten. Die Angaben zu den Projekten, Zielen und Werten, zukünftigen Vorhaben, und auch zu Bedarfen, Herausforderungen und Potenzialen bildeten letztlich die Grundlage für die abschließende Bewertung durch das Auswahlgremium.
Pilotphase
Am 27. und 28. November 2025 kamen alle ausgewählten Initiativen zu einem zweitägigen Workshop in Berlin zusammen, um den Grundstein für das Bündnis der SynergisTen zu legen. Dort wurden Erfahrungen und Herausforderungen ausgetauscht, sowie Felder der Zusammenarbeit identifiziert und erste Handlungsmöglichkeiten festgelegt. Dieses Treffen war gleichzeitig Start des Bündnisses der Synergisten wie auch der Pilotphase.
Verstetigung der SynergisTen
Um den Start in das Miteinander der SynergisTen möglichst niedrigschwellig zu gestalten, erfolgt in der Pilotphase eine kontinuierliche Beratung und Unterstützung durch das Team des nexus Institutes. Dies betrifft die Organisation und Planung der Zusammenarbeit, z.B. bei gemeinsamen Treffen, Events – aber auch die Einzelberatung. Darüber hinaus werden in der Pilotphase wichtige Kommunikationsstrukturen aufgebaut. Eine Community-Engagement-Plattform dient intern zur gemeinsamen Entwicklung von Ideen und Synergien und dem kontinuierlichen Lernen und Erfahrungsaustausch. Ziel dieser externen Betreuung ist es, die Strukturen und Prozesse funktional so zu etablieren, dass eine Aneignung durch die SynergisTen und damit eine Verstetigung zum Ende der Pilotphase erfolgt.
Die begleitende Validierung und summarische Evaluation der Pilotdurchführung durch die ReformAgentur soll die Zielerreichung und kontinuierliche Optimierung des Formats sicherstellen.
Infomaterial
Das Auswahlgremium
Kathrin Ankele
deep forward
Klaus Breyer
KlimaDiskurs NRW e.V.
Dominic Breyvogel
Stadt Hannover
Herbert Brüning
Stabstelle nachhaltige Entwicklung Norderstedt
Doreen Buchheiser
Robert-Bosch-Stiftung
Dr. Lea Fischer
ILS Research
Albert Geiger
Stadt Ludwigsburg
Manfred Miosga
Hermann Ott
Anke Oxenfahrt
oekom
Tomàs Vellani
Mittelstadt Netzwerk
Dr. Corinna Vosse
Zentrum für Kulturforschung
Helmut Wollman
wechange
Ehemalige




